Notfallsanitäter-Kurs – Woche 9

In der neunten Woche des Kurses hatte ich wieder zweimal 4-Stunden-Abendkurs und einmal 8-Stunden-Samstag.
Die beiden Abendkurse handelten beide von speziellen Notfällen, ein großes Thema war hierbei Geburt & Gynäkologische Notfälle und ein anderes Traumatologische Notfälle, beide am Donnerstag. Am Dienstag gingen wir mehrere kleinere Themen durch: Nephrologische, Urologische, HNO-, Augen-Notfälle.

Nephrologische Notfälle – was betrifft denn das?
Nephrologie hat mit den Nieren zu tun. Zu den Notfällen hierbei zählen Nierenkoliken, Nierensteine, Nierenbeckenentzündungen und natürlich Nierenversagen (und noch viele andere, aber nicht so häufige Notfälle).

Urologische Notfälle – das sollte den meisten von euch klar sein, was das betrifft.
Hierbei geht es um einen oder mehrere „Fehler“ im Harnsystem. Seien es Blasenentzündungen, Hämaturie (Blut im Harn) oder andere Notfälle.

HNO – die Abkürzung für Hals-Nasen-Ohren.
Diese Systeme hängen ja zusammen, die Ohren sind mit dem Rachenraum durch die Eustachio-Röhre verbunden. Deshalb wird hier auch zusammengefasst.

Notfälle, die die Augen betreffen, können unter anderem auch Bindehautentzündungen sein, diese sind zwar recht häufig, aber so gut wie niemand ruft deswegen den Rettungsdienst. Mit was wir aber sehr wohl in Berühung kommen können, sind grauer Star, Netzhautablösungen, grüner Star, …

So viel also mal zum ersten Teil der Woche. Donnerstag wurde es dann noch interessanter.
Was es hier so alles geben kann als gynäkologische Notfälle, wusste selbst ich als Frau, die sich sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat nicht.
Ich habe mich schon seit dem Gymnasium mit der weiblichen Anatomie ziemlich stark beschäftigt, später dann, als ich selbst die Pille bekommen habe, auch mit den Hormonen und deren Beeinflussung durch diverse Medikamente.
Es war ein interessanter Tag, hier haben wir wirklich viel noch lernen können. Gynäkologische Notfälle können doch sehr schnell sehr kritisch werden (Blutverlust in die Gebärmutter = Blutung in eine große Körperhöhle = bleibt lange unbemerkt = kann seeeeehr gefährlich werden). Wir sollten also im Rettungsdienst wirklich auch gut darüber Bescheid wissen.

Traumatologische Notfälle waren für uns dann eigentlich nur eine Wiederholung mit etwas erweiterten Infos, das Thema kennen wir aus diversen Fortbildungen und unserer RS-Ausbildung nur zu gut. Wir hörten also nur kurz ein paar Neuerungen, die wichtigsten Basics und bereiteten uns im Gespräch dann ein bisschen auf den Übungstag am Samstag vor.

Der Übungstag war wirklich spannend, aber auch anstrengend.
Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt, zu je 5 Personen. Geübt und besprochen wurden so am Vormittag geburtshilfliche Notfälle, die Versorgung eines Neugeborenen und diverse Geräte für den traumatologischen Notfall.
Am Nachmittag ging dann der Stationenbetrieb Trauma los: hierbei mussten wir die verschiedensten traumatologischen Szenarien durchspielen. Von „Radsturz durch Hypoglykämie“ bis zu „Kind von Auto angefahren“ und „Sturz auf Becken aus 6m Höhe“. Als wir so die Szenarien durchspielen sollten, ging es einerseits darum, dass wir das ABCDE….-Schema beherrschen und so alle Verletzungen und Ursachen für den Unfall erkennen und andererseits, dass wir mit den am Vormittag kennengelernten Geräten wie Spineboard oder Beckenschlinge richtig und schonend aber schnell arbeiten lernen.
Es gibt Gott sei Dank noch weitere Übungstage, so ganz sicher sind wir uns nach einem Tag natürlich noch nicht. Aber wir haben alle auf jeden Fall ziemlich viel gelernt an diesem Tag =)

Notfallsanitäter-Kurs – Woche 8

Verspätet aber doch: der Beitrag zu Woche 8

Die letzten Wochen waren wieder besonders stressig. Eine Kollegin fällt hier in der Arbeit ein paar Wochen aus, die Urlaubszeit beginnt auch gerade. Dadurch wird es hier schon mal ein bisschen stressig.
Zu Hause muss ich gerade alles fertig machen für meine beiden neuen Mitbewohner – in drei Wochen kommen Simba und Nala zu mir, kleine Kätzchen. ❤
Auch im Kurs ist es stressig. Jetzt kommen nämlich die richtig heftigen Themen – spezielle Notfälle. Gerade hier sollte man auch die Anatomie schon ein bisschen drauf haben, da bin ich allerdings mit dem Lernen noch etwas hinterher und verstehe manche Zusammenhänge noch nicht ganz. Ich arbeite aber daran 😉

Deshalb bleibt eben gerade recht wenig Zeit, euch hier weiter zu berichten. Ich bemühe mich aber weiter.

So, nun zu Woche 8:
Notfälle bei verschiedenen Krankheitsbildern war hier nochmal das Thema am Mittwoch und den halben Samstag. Hier war für uns vor allem am Samstag das Thema „Akutes Abdomen“ interessant. Akutes Abdomen kann nämlich verdammt viel sein, was alles, das können wir präklinisch aber oft nicht herausfinden.
Aber was heißt „Akuts Abdomen“ denn eigentlich? Eigentlich beschreibt es die Symptome: akut einsetzender abdomineller Schmerz, häufig mit Abwehrspannungen in mindestens einem Quadranten, der präklinisch als „Alarmdiagnose“ einzustufen ist. Es muss also bei der vorläufigen Diagnose Akutes Abdomen immer von einer lebensbedrohlichen Situation ausgegangen werden, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Präklinisch also eine heikle Angelegenheit, je nachdem welche Grunderkrankung dafür verantwortlich ist, kann es wirklich schnell gefährlich für den Patienten werden. Innere Blutungen zum Beispiel können hier schnell zum Tod führen.
In vielen Fällen hilft hier auch der Notarzt nichts, weil er die Diagnostischen Mittel wie Ultraschall nicht hat.

Samstag Nachmittag ging es dann an „ABCDE“-Training. Den ganzen Nachmittag haben wir verschiedene Szenarien durchgespielt, bei denen die Patienten nach ABCDE/SAMPLER/OPQRST-Schema abgefragt und somit nach kritischer/nicht kritischer Patient eingeteilt und eine brauchbare Verdachtsdiagnose gestellt werden musste. Hat Spaß gemacht und ich habe hier viel Neues gelernt.
In der nächsten Woche haben wir Samstag dann einen ganzen Trainings-Tag, da kann man dieses Wissen gleich anwenden und verbessern.
Der Bericht darüber folgt in den nächsten Tagen 😉

ABCDE/SAMPLER/OPQRST – was ist das?
Diese Abfrage- und Beurteilungskriterien werde ich euch in einem der folgenden Posts noch genau erklären. Mit diesen Buchstaben helfen wir uns im Rettungsdienst, den Patienten einzuschätzen, was er hat und wie kritisch es wirklich ist.