Alarmierung und Einsatz

Wie geht denn das mit der Alarmierung und den Abläufen in Zusammenhang mit der Leitstelle eigentlich bei uns?

Von Anfang an:

– Du hast einen medizinischen Notfall und brauchst „die Rettung“.

– Du wählst 144 und kommst zu Notruf144Niederösterreich, „Wollen Sie einen Notruf melden?“ – „JA!“

– Der CCA (Calltaker) fragt dich die üblichen Fragen:
Was? Wer? Wie? Wieviele? Wo? Wann?
Und noch ein paar Detailfragen.

– Das Programm mit dem der CCA arbeitet, leitet den CCA jeweils zur nächsten Frage, sie werden also wirklich gezielt zu diesem Notfall gestellt.
Sollte hierbei schon zu Beginn der Abfrage feststehen, dass es sich um einen Atem-Kreislauf-Stillstand handelt, geht – sobald der Notfallort bekannt ist – ein Pre-Alert an die zuständigen Rettungsmittel. Im Verlauf der weiteren Abfrage folgt eine weitere Alarmierung mit Details.
Die Leitstelle bleibt bei dir am Telefon und fragt dich, ob du dir eine Reanimation zutraust. Antwortest du mit JA, wirst du angeleitet, wie du was machen musst. Der CCA bleibt in diesem Fall bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels bei dir am Telefon!

– Du beantwortest also alle Fragen des Calltakers, der Computer generiert daraus den Einsatzcode und schickt es an den EMD (Emergency Medical Dispatcher = Leitstellen-Disponent) weiter.

– Der Disponent erhält nun also den Einsatzcode. Anhand der Buchstaben und Zahlen darin kann er ohne den Text zu lesen in etwa erkennen, um was es sich handelt und ob ein Notarzt benötigt wird oder nicht. Das Programm schlägt ihm auch gleich die nächstgelegenen geeigneten und freien Rettungsmittel vor.

– Findet der „Dispo“ den Vorschlag in Ordnung, schickt er die Alarmierung raus und wir bekommen eine SMS, einen Alarm über eine App, einen „Alarmcall“ (Telefonstimme liest dir die relevanten Details vor) und den Alarm am Pager. Zeitgleich wird das betroffene Fahrzeug vom Status „Frei auf Wache“ auf „Alarmiert“ gestellt. (siehe Ende des Artikels – eine Erklärung unserer Statusmeldungen)

– Wir nehmen den Einsatz an. Möglichkeit #1: Status „Quittiert“, Möglichkeit #2: Status „zum Berufungsort“

– Wir stehen weiterhin in Kontakt mit dem EMD, sollten wir zum Beispiel als RTW einen Notarzt brauchen, können wir diesen beim Dispo über Funk oder telefonisch nachfordern. Umgekehrt können wir ihn auch so stornieren. Generell kann alles, was wir den Dispo fragen wollen, so kommuniziert werden.

– Wir kommen am Einsatzort an (Status „am Berufungsort“), sollte der CCA noch bei dir am Telefon sein, wird er das mitbekommen, aber dich trotzdem fragen, ob der Rettungsdienst jetzt da ist und dich bitten, von nun an mit uns zu kommunizieren.

– Wir übernehmen den Einsatz, arbeiten, fordern eventuell einen Notarzt nach oder stornieren diesen, geben eventuell auch eine Lagemeldung, machen den Patienten transportfertig und fahren ins Krankenhaus (Status „zum Zielort“). Hier muss nochmals kurz der Dispo informiert werden, in welches KH und auf welche Station wir fahren -> damit ist die Arbeit der Leitstellenmitarbeiter für diesen Einsatz getan.

– Wir fahren nun also die ausgemachte Station an (Status „am Zielort“), übergeben dort den Patienten, bringen das Fahrzeug wieder auf Vordermann und fahren Richtung heim. Während der Leerfahrt ist der Status „Frei über Funk“ aktiv, zu Hause wieder „Frei auf Wache“.

Das ist eben so die Grundstruktur eines Einsatzes, von der Alarmierung bis zu Einsatzende.
Wie läuft das bei euch so ab? Welche Vorgänge laufen da so im Hintergrund und wie funktioniert das bei euch mit der Leitstelle?

Und hier noch schnell die versprochene Auflistung der Statusmeldungen im Einsatz:

Frei auf Wache Wir sitzen „zu Hause“ und warten auf den nächsten Einsatz.
Zum Berufungsort Wir sitzen im Auto und sind am Weg zum Einsatz.
Am Berufungsort Wir sind beim Patienten.
Zum Zielort Wir fahren in ein geeignetes Krankenhaus.
Am Zielort Wir sind im Krankenhaus und übergeben den Patienten.
Frei über Funk Wir sind einsatzbereit am Weg nach Hause.

Sonderstatus:
Bereitschaft Wir sind gerade nicht sofort einsatzbereit, wir können zwar Einsätze annehmen, die Ausrückzeit verlängert sich aber (zB bei Auto putzen nach schmutzigeren Einsätzen)
Dienstfahrt Wir müssen vielleicht gerade kurz in die Werkstatt und sind deswegen nicht einsatzbereit. Auch wenn wir Fahrzeuge für die Fahrt zu Schulungen etc. bekommen, wird das mit Dienstfahrt gemeldet.