Hypertonie – Welttag des Bluthochdrucks

Es gibt den Muttertag, es gibt den Tag der Jogginghose, es gibt Weihnachten…
Und am 17. Mai gibt es auch den Welt-Hypertonie-Tag.

Johannes ist 52 Jahre alt, etwa 178cm groß und wiegt 101 kg. Ja, er weiß, dass er übergewichtig ist, aber es macht ihm nichts aus – er muss für seine Frau nicht mehr schön sein und jetzt noch mit einer Diät beginnen, nein, dafür ist er zu alt.
Hans (so nennen ihn seine Freunde) hat seit ein paar Tagen ziemliche Kopfschmerzen, leider gehen die nur kurzzeitig weg, wenn er eine Tablette nimmt. Jetzt steht er beim Hausarzt, es könnte ja ein Tumor oder so sein und das will er schon abgeklärt haben.
Nach ein bisschen warten und tratschen im Wartezimmer kommt er dann dran und der Arzt untersucht ihn.
Für den Mediziner beginnt alles mit einer standardmäßigen Untersuchung: diverse Fragen, eine Rüge zu dem Übergewicht des Mannes, Vitalwerte erheben.
Johannes scheint ein gesunder Mann zu sein, aber dann misst der Arzt den Blutdruck und sieht, dass sein Patient einen Blutdruck von 202/115mmHg hat. Er misst nochmal aber das Ergebnis ändert sich kaum.
Klare Diagnose: Hans hat Hypertonie – und das vermutlich schon seit längerer Zeit unbemerkt, jetzt hat er aber Kopfschmerzen weil der Blutdruck sich nochmal erhöht hat im Vergleich zu den Werten der letzten Zeit.
Wäre Hans im letzten Jahr zu der ihm angeratenen Gesundenuntersuchung gegangen……

So geht es weltweit vielen Menschen, tagein tagaus wird bei den unterschiedlichsten Menschen die selbe Diagnose gestellt – Hypertonie.
Aber was ist das eigentlich genau?
Hypertonie – oder „arterieller Bluthochdruck“ – bezeichnet eine ernst zu nehmende Krankheit. Blutdruck ist der Druck, mit dem das Blut durch den Körper gepumpt wird. Wenn dieser zu hoch ist, kann das auf lange Zeit zu erheblichen Schäden und auch zum Tod führen.
Wie bekommt man das?
Bei manchen ist es erblich bedingt, andere essen zu viel böse Sachen (salzige, fette Speisen), sind übergewichtig, rauchen, trinken Alkohol, treiben zu wenig oder gar keinen Sport … Die Liste ist lang, aber das sind so ziemlich die wichtigsten Risikofaktoren.
Wie bemerkt man es?
Im Idealfall merkt man es sehr früh, indem man selbst immer mal wieder Blutdruck misst und sich daran orientiert, dass Werte über 140/90mmHg auf Dauer ungesund sind. Man sollte dann einen Arzt aufsuchen. Auch ein guter Tipp um es zu bemerken ist die jährliche Gesundenuntersuchung beim Hausarzt. Auch dort wird Blutdruck gemessen und wenn der zu hoch ist, wird man zu einem neuen Termin bestellt werden, bei dem noch mal gemessen wird. Ist auch der Wert zu hoch, dann wird der Arzt die Diagnose „arterielle Hypertonie“ stellen.
Was tut man dagegen?
In erster Linie wird Hypertonie mit Medikamenten behandelt. Je nach körperlicher Form können auch eine Diät, Ernährungsumstellung, Sport oder andere unterstützende Therapien helfen.
Warum muss man etwas dagegen tun?
Hypertonie kann tödlich sein! Hypertonie ist eine ernsthafte Herz-Kreislauf-Krankheit und fällt somit in die Kategorie #1 der tödlichsten Krankheiten weltweit – mehr als 10 Millionen Menschen sterben weltweit jährlich an den Folgen ihrer Hypertonie – und nur 50 % der Betroffenen wissen wirklich, dass sie daran leiden!

So, und warum schreibe ich euch das jetzt?
Ach ja, heute ist ja Welttag der Hypertonie – und außerdem gibt es den ganzen Mai über diverse Kampagnen, die versuchen aufzuklären und zu helfen.
Die Seite der Hochdruckliga.de (Deutschland) und Hochdruckliga.at (Österreich) ist da ganz informativ, Ich bleib mir treu ist eine sehr nett gestaltete Kampagne.
Der Mess-Monat-Mai wird gerade auch von der App MyTherapy (für Android und iOS) zelebriert und möchte damit die Nutzer anregen, auf dieses Thema und damit vor allem auf sich selbst zu achten.
Auch unter Hypertonietag könnt ihr euch über richtige Messungen informieren.
Sucht doch einfach mal nach „Hypertonie“ oder „Bluthochdruck“ oder „Mess-Monat-Mai“ bei der Suchmaschine eures Vertrauens – es gibt da noch unzählige Seiten, die ich hier nicht alle aufzählen kann. =)

Also meine Lieben, ich schreibe euch gerade aus dem Dienst und werde jetzt mal meinen Kollegen bitten, bei mir Blutdruck zu messen – immerhin möchte auch ich den Mess-Monat-Mai für mich und meinen Körper nutzen!

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Erste Hilfe…

…ist um so viel mehr wert als ihr denkt!

Wir erleben es im Rettungsdienst immer mal wieder, dass viele Menschen an einem Unfallort herumstehen, dass keiner hilft, sondern alle nur schauen. Neugierde schön und gut, aber es ist viel schöner zu helfen. Glaubt mir. Man hat danach irgendwie so das Gefühl ein kleines bisschen von einem Helden in sich zu haben. 😉

Ein Beispiel für wirklich gute Erste Hilfe, ich durfte es miterleben: 
Ein tragischer Unfall, Fahrzeugüberschlag, das Fahrzeug landete auf dem Verunfallten. Zu zweit im Dunkeln kann man nicht viel ausrichten, das wussten die beiden anderen Beteiligten sehr gut. Sie liefen also zum nächsten Wohngebäude und holten Hilfe. Gemeinsam mit den anderen Helfern brachten sie den Verletzten unter dem Fahrzeug hervor und begannen mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen. In diesem Fall: Reanimation. 
Es war dreckig, dunkel, rundherum Brennnesseln. Aber sie haben geholfen. Bis wir da waren. Im Dunkel. Im Matsch. In den Ölflecken. Neben dem kaputten Fahrzeug. Einem blutenden Menschen, der keine Atmung und keinen Kreislauf hatte. Den sie auch nicht kannten. Aber sie haben geholfen. 
Liebe Leute – erste Hilfe kann Leben retten!

– Ihr habt Angst, dass euch selbst etwas passiert? Wenn etwas gefährlich erscheint, dann tut es bitte nicht. Ihr braucht euch nicht auch noch selbst verletzten.

– Ihr wollt auf der Autobahn nicht aus dem Auto steigen, um den Menschen vor euch im verunfallten PKW zu helfen? Kein Problem, kann einem Angst machen wenn da Autos so schnell vorbei fahren – ruft aber bitte den Notruf anstatt zu warten bis es jemand anderer macht. Und schaltet bitte alle Lichter an eurem Auto ein – vor allem die Warnblinkanlage!

– Ihr traut euch nicht, das ganze Blut anzufassen, weil Blut Krankheiten übertragen kann? Ihr könnt euch auch über die Luft in der Straßenbahn oder im Büro Krankheiten holen. Außerdem habt ihr im Auto verpflichtend ein Erste-Hilfe-Päckchen mitzuführen, da müssen auch Handschuhe drin sein. Auch im Büro oder wo auch immer ihr arbeitet gibt es mit Sicherheit einen Erste-Hilfe-Koffer. Wer Blut nicht sehen kann, weil er oder sie dann Ohnmächtig wird – bitte ruft den Notruf und holt jemanden in eurer Nähe, um die Wunde zu versorgen.

– Ihr seht jemanden im Park kollabieren, er rührt sich nicht mehr? Geht hin, kontrolliert seine Atmung, ruft den Notruf und beginnt mit der Reanimation wenn er nicht mehr atmet. Wenn ihr nicht wisst wie man das macht: Derjenige, der den Notruf annimmt wird bei euch am Telefon bleiben und euch das erklären. Er bleibt die ganze Zeit bei euch.

– Eure Oma wirkt plötzlich komisch, etwas abwesend? Sprechen fällt ihr schwer, sie kann vielleicht nicht mehr aufstehen? Es könnte ein Schlaganfall sein! Versucht folgendes mit eurerOma: FAST!
F – Face – kann Oma lächeln oder hängt ein Mundwinkel dabei nach unten?
A – Arms – kann Oma beide Arme gleichzeitig nach oben heben bzw. nach vorne strecken oder hat ein Arm zu wenig Kraft dafür?
S – Speech – kann Oma einen einfachen Satz ohne Probleme nachsprechen, verwechselt sie Worte/Buchstaben, kann sie Buchstaben nicht ordentlich aussprechen oder kann sich gar nicht mehr an den Satz erinnern?
T – Time – wenn eines der Zeichen (FAS) zutrifft, dann ruft bitte auf jeden Fall sofort den Notruf an!
Ihr müsst also auch in dem Fall sofort den Notruf wählen. Und sagt dem Menschen am Telefon bitte, dass ihr vermutet, dass es ein Schlaganfall ist! Dann legt eure Oma hin, notfalls auch auf den Boden wenn gerade kein Bett oder eine Couch in der Nähe ist. Aber legt sie bitte auf die Seite, nicht auf den Rücken oder Bauch.

Egal was es ist, ganz wichtig ist es den Notruf zu rufen! Das ist das wichtigste von allen Dingen, die ihr machen könnt!
Wenn ihr gar nichts mehr habt, wenn ihr gar nicht wisst was ihr sonst tun könnt: bleibt bei eurem Patienten. Er wird es euch danken, wenn ihr einfach nur für ihn da seid. Egal, ob er euch kennt oder nicht. Hauptsache es ist ein bisschen seelische Unterstützung da – ist wirklich Gold wert in solchen Situationen. 

Wenn ihr einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen oder einen, der schon Jahre her ist auffrischen wollt dann meldet euch doch bei eurer nächsten Rettungswache. Dort werden immer mal wieder solche Kurse angeboten und wenn gerade keiner läuft dann können die euch sagen, an wen ihr euch sonst wenden könnt.
Wenn ihr das nicht wollt oder glaubt nicht zu brauchen dann merkt euch bitte:
Ruft wenigstens den Notruf, wenn ihr seht, dass jemandem geholfen werden muss! 

DANKE!

Leukämie, du verdammtes…

Leukämie, du bist ein verdammtes Arschloch! Ich hasse hasse hasse dich! Geh weg, verkriech dich, irgendwo, wo du niemandem schaden kannst. Und nimm deine anderen verdammten Freunde gleich mit!
Du hast mir eine Freundin genommen, eine wirklich liebe, lebensfrohe junge Frau. Sie war so tapfer, all die Jahre über, die du sie gequält hast! Nie hat sie aufgegeben, sie hat immer weiter gegen dich gekämpft!
Du verdammtes ************ hast ihr ihre Träume genommen. Du hast ihr Leben versaut! Sie wollte ihr Leben doch noch genießen! Sie hatte noch so viel vor, sie war doch erst 26!
Sie war so eine starke Frau, in allen Lebenslagen. Und so fröhlich, selbst an den dunklen Tagen. Und so herzlich, herzlich und direkt.
Und du Arsch hast das alles zerstört! GEH EINFACH WEG!!!

Kennt ihr das, wenn ein ganz ganz lieber Mensch ganz ganz plötzlich weg ist? Völlig unerwartet, mitten in einem gesundheitlichen Aufschwung hat es sie erwischt. Ganz plötzlich ist sie zusammengebrochen und nicht wieder aufgewacht. Bis ganz zum Schluss hat sie gekämpft, hat sich selbst nie aufgegeben. Und doch hat sie am Ende die Kraft verlassen. 
Sie war Sanitäterin, vor der Krankheit. So habe ich sie auch kennengelernt. Dadurch sind wir auch Freunde gewesen. Sie war so ein guter Mensch…
Ich vermisse dich…

Valentinstag

Nein, ihr werdet hier nichts über den Rettungsdienst lesen. Aber ich muss hier mal etwas loswerden.

Heute ist der Tag an dem man den Menschen, die man liebt, diese Liebe auch zeigt. Der Tag der Pärchen. Oderso…
Ich hasse diesen Tag – naja, so typisch Single eben. Kann damit nicht viel anfangen. Aber heute Morgen kam ich dann doch ins Grübeln über diesen Tag des Konsums… 

Blumen, Pralinen, kitschige Karten, Küsschen und Herzchenaugen überall. Bäh! Also nicht, dass ich jetzt was gegen Verliebte hab, ich hab was gegen diesen Tag. Bauscht unsere Konsumgesellschaft auf, um großen Profit zu machen. BÄH!!

In Wahrheit ist es ein Tag wie jeder andere. So wie Muttertag und Vatertag auch. Oder wasweißichwas… Man sollte den Tag nicht als Erinnerung benutzen. So „Ach, heute muss ich mal wieder allen sagen wie gern ich sie hab.“ Das kann man wirklich an jedem anderen Tag auch.
Valentinstag ist der Tag der Liebe – und Liebe betrifft nicht nur den Partner. Ich zum Beispiel liebe meine Familie und meine Freunde und möchte ihr das auch zeigen und sagen. Ich brauche dazu aber keinen 14. Februar und keine Geschenke. Ich brauche bloß etwas Zeit mit ihnen und ein bisschen reden, lachen, Spaß haben. Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt, das ist das richtige Geschenk. Keine Schokolade. Worte. Gefühle. Lachen.

Für mich ist der Valentinstag heuer trotzdem etwas „besonderes“.
Ich bin heute früh nämlich aufgewacht und wusste nicht, ob meine Oma noch lebt. Ich war gestern bei ihr, hab ihr Blumen gebracht (absichtlich nicht am Valentinstag!) – sie hat mich nicht mehr erkannt, konnte nicht mehr sprechen, bekommt kaum mehr Luft… Ich habe ihr gesagt, dass ich sie lieb hab. Ich weiß nicht, ob sie es mitbekommen hat oder nicht.
Seit Wochen schon geht es ihr schlecht, sie war schon kurz vorm Sterben, hat sich wieder etwas erholt und jetzt geht es weiter bergab. Ich hab ihr so selten gesagt wie sehr ich sie lieb hab. Ich habe das alles die letzten Wochen versucht aufzuholen. Es hat nicht gereicht. Es war immer noch zu wenig. Und jetzt befürchte ich plötzlich, dass ich ihr an diesem Valentinstag nicht mehr sagen kann, wie sehr ich sie lieb hab.
Ja, ich hab es ihr gestern gesagt.
Ja , ich habe es ihr die letzten Wochen schon gesagt.
Und ja, plötzlich möchte ich es ihr unbedingt heute noch sagen. Am Valentinstag. Weil es der Tag der Liebe ist.
Das Blöde daran – ich bin in der Arbeit. Morgens war es zu früh – darf noch kein Besuch rein. Aus der Arbeit kann ich nicht weg, für die Mittagspause ist es zu weit entfernt. Und wer weiß, kann ich es ihr am Abend noch sagen.

Liebe Leute – wir vernachlässigen unsere Lieben viel zu sehr.
Sagt nicht nur eurem Partner, dass ihr ihn liebt! Sagt es euren Eltern, euren Großeltern, Kinder und Freunden – sagt es einfach jedem, der euch wichtig ist! Und sagt es ihnen bei jeder Gelegenheit. Irgendwann war es dann nämlich die letzte Gelegenheit und die ungenutzt zu lassen wäre doch etwas traurig.

Wir brauchen keinen erfundenen Tag um Mama im Mai zu sagen, dass wir sie lieben. Papa kommt dann ein Monat später dran. Der Partner schon im Februar. Und der Rest bloß am Geburtstag.
Geht raus und sagt es jedem, dem ihr es sagen wollt, aber wartet nicht auf diesen einen speziellen Tag. Es gibt ihn nicht. Jeder Tag ist gut genug, um jemandem zu sagen und zu zeigen, was Liebe ist. Jeder Tag hat es verdient ein mit Liebe gefüllter Tag zu sein. Jeder Tag könnte die letzte Gelegenheit dazu sein.

Ja ich weiß, dieser Artikel klingt jetzt vielleicht etwas kitschig.
Aber es liegt mir gerade wirklich am Herzen euch das zu sagen.