Glatt gelaufen…

Hier kommt jetzt mal wieder ein Einsatzbericht, der schon etwas länger her ist. Nachdem ich bis Samstag Kurs-Pause habe, bleibt mir ein bisschen Zeit, vergangenes niederzuschreiben. 

Alarmierung:
Sturz, Fußverletzung

Wir sehen im Rettungsdienst ja so einiges. Manche Bilder davon vergisst man nicht so schnell wieder. Das können die Erinnerungen an einen schrecklichen Einsatz, eine grausame Verletzung oder auch an die schönen Momente sein.
Das erste meiner Bilder gehört wohl zu der zweiten Kategorie.

Ich habe Dienst auf meiner Gastdienststelle. Es ist Samstag und mein erster Tagdienst hier, normalerweise mache ich ja nur Nacht. Dass ich heute 12 Fahrten in 12 Stunden bekommen werde ahne ich jetzt noch nicht.
Ich fahre eigentlich mit einem befreundeten Pärchen, er allerdings steigt erst im Laufe des Vormittags in den Dienst ein und so verbringen wir die ersten zwei Stunden als Mädels-RTW zu zweit.

Einer unserer ersten Einsätze an diesem Tag führt uns in ein Altenheim. Sturz, Verletzung am Knöchel. Wie wir ja alle wissen sind bei vielen älteren Menschen die Knochen brüchiger, aber sowas…

Wir beiden Mädels spazieren also ins Heim, wir haben mal nur das nötigste mit, die Alarmierung sagte uns nämlich eigentlich nur „Einpacken und Fahren“.
Von einer Pflegerin werden wir zur Patientin geführt, diese sitzt in einem Rollstuhl. Eine andere Pflegekraft holt gerade das zweite Coolpack um die Verletzung zu kühlen.

Meine Kollegin bereitet mal unser Material vor, ich sehe mir also mal das Beinchen an: vorsichtig die Hose mal ein bisschen raufschieben – „Ääähmm… Komm mal bitte her! Ich brauch dich hier!“

Nachdem die Dame im Rollstuhl die Fußstützen nicht erreicht und den Fuß so nicht abstellen kann, sehe ich da den Fuß einfach so herumbaumeln. Ja wirklich! Ich greife schnell drunter und stütze ihn von unten während meine Fahrerin zu mir gelaufen kommt und sich das anschaut. So etwas haben wir beide noch nicht gesehen. Kurz oberhalb des Knöchels ist einfach alles einmal glatt durchgebrochen im Bein. Der Fuß hängt nur noch an Haut und Muskeln dran.

Die Patientin hat absolut keine Schmerzen, mit unserer Schiene und ein paar zusammengerollten Tüchern lässt sich das ganze gut fixieren. Also beschließen wir, ohne Notarzt und so sanft wie möglich ins Krankenhaus zu fahren, wo der Fuß nach dem Auspacken aus der Schiene gleich von mehreren Ärzten und Pflegern genauso fasziniert angeschaut wird wie von uns vorher. Sowas sieht man auch im Röntgenraum nicht jeden Tag…

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