Notfallsanitäter-Kurs – Woche 5/Teil 2

Von Anatomie hab ich euch ja schon erzählt diese Woche. Jetzt ist also der Sonntag (Muttertag!) mit Angewandter Psychologie und Stressbewältigung dran.

Es fängt schon mal mit komischen Begrüßungen an – ich wurde gleich von einigen Kurskollegen gefragt, wie denn meine beiden Reanimationen am Freitag gewesen seien.
Häää? Woher wissen die das denn?
Hab ich dann nicht erfahren, aber ich hab ihnen die Geschichte halt erzählt. (…irgendwo im Nirgendwo)

Angewandte Psychologie und Stressverarbeitung – ja was ist das denn eigentlich genau im Rettungsdienst?
An diesem Kurstag hören wir viel von einem beruflichen Psychotherapeuten, der eng mit dem Rettungsdienst zusammenarbeitet. Wir lernen, wie wir mit Patienten und Angehörigen in den diversesten Situationen umgehen, in denen psychische Betreuung akut notwendig ist.
Wir lernen auch die Stadien der Trauer kennen und die jeweils dazugehörenden Reaktionen. Ganz interessant wenn man dabei mal so an vergangene Einsätze denkt und einem die Reaktionen dann doch teilweise sehr bekannt vorkommen.

Auch haben wir im Detail geklärt, welche professionellen Hilfen es für welche Zielgruppe gibt. Im Rettungsdienst ist ja wie bei vielen anderen Berufen das PEER-System als Hilfe für die eigenen Mitarbeiter aktiv. Hier kann man nach belastenden Einsätzen einen PEER, der ebenfalls RS oder NFS ist, zu Hilfe ziehen. Es kann ein mir schon bekannter PEER sein, ich kann mir aber auch jemanden vom anderen Ende des Bundeslandes herbestellen, den ich noch nicht kenne. Mal ist es sinnvoller mit jemandem zu reden, den man schon kennt, manchmal braucht man den emotionalen Abstand zu dem Menschen einfach.
Auch was die Angehörigen-Betreuung angeht haben wir die verschiedensten Hilfestellungen der verschiedenen Organisationen kennengelernt. Hier bei uns hat jede RD-Organisation ihr eigenes, geschultes Team dafür. Wir nennen es Krisenintervention. Das kommt zum Einsatz, wenn es sich um Großunfälle handelt, Todesfälle oder einfach die Familie oder auch Ersthelfer mit der Situation in der Erstphase nicht allein klarkommen.

Gerade dieser Teil des Kurses ist eher eine Diskussionsrunde, jeder kann und soll hier auch Einsatzberichte einwerfen. So kamen wir auch immer wieder auf die verschiedensten Themen: Wie gehe ich mit Gewalt gegen Hilfsorganisationen um? Wie mache ich das, wenn Kinder den toten Vater sehen? Wie kann und soll ich mit psychisch Kranken reden? Welche psychischen Krankheiten gibt es überhaupt?

Absolut interessanter Tag, der mir eigentlich fast schon ein bisschen zu kurz geworden ist – Psychologie interessiert mich privat sehr, also hab ich mich da wohl ein bisschen zu stark reingehängt bei dem Kurs 😉
Außerdem hat dieser Tag mir die Reaktionen der Angehörigen meiner beiden Einsätze am Freitag erklärt. Weiß ich jetzt also auch warum die alle so reagiert haben. Aber dazu wie gesagt im nächsten Beitrag mehr.

Bis dann =)

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