„DANKE“

…ein Wort.
…eine Bedeutung.
…so klar.
…so schwer auszusprechen…

Danke…
…hört man im Supermarkt an der Wursttheke und an der Kasse.
…hört man beim Bäcker, wenn es die Lieblings-Brötchen noch gibt.
…hört man im Cafe, wenn der Aschenbecher vom Kellner getauscht wird. 
…sagt Mama, wenn man ihr Kuchen bringt. 
…sagt Oma, wenn man ihr beim Fensterputzen hilft. 
…steht sogar auf Zigaretten- und Kartenautomaten.

Wir bringen sie zum Arzt, wenn sie selbst nicht mehr mobil sind.
Wir bringen sie zur Dialyse, zur Chemo- oder Strahlentherapie.
Wir helfen ihnen auf, wenn sie zu Hause gefallen sind und nicht allein aufstehen können.
Wir helfen ihnen bei Wind und Wetter, Regen und Sonnenschein, im Schnee und im Hagel.
Wir helfen ihnen zu Hause, im Freibad, im Straßengraben, beim Wandern, Skifahren, Radfahren.
Wir helfen bei Krankheiten und Verletzungen.
Wir machen es freiwillig, zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Weil wir es gern machen.

Seit mehr als 3 Jahren mache ich all das, bin freiwillige Rettungssanitäterin. Ich habe schon viel gesehen, vielen Menschen mit mehr oder weniger schweren Verletzungen und Krankheiten geholfen. Doch auch wenn ich damit Leben gerettet oder Schmerzen gelindert habe – „DANKE“ höre ich selten. 

Manchmal frage ich mich, warum ich mir das alles antue. Wo ich doch als Lohn nicht mal ein „DANKE“ bekomme (als Freiwillige natürlich auch kein Geld). 

Dann mache ich wieder einen Dienst, fahre zu Einsätzen oder Krankentransporten.
Ich erlebe in dieser Schicht Menschen, die nicht gut gelaunt sind, sich beschweren warum wir so lange gebraucht haben, die uns anschnauzen, weil alles so lange dauert, die Trage so unbequem ist oder ihnen die Farbe der Uniform nicht gefällt.
Und dann ist da die eine alte Dame, der wir um 3 Uhr früh aufstehen helfen und sie untersuchen, weil sie im Schlaf aus dem Bett gefallen ist. Und sie strahlt über das ganze Gesicht, als sie uns sieht. Und ihr fällt sichtbar ein Stein vom Herzen – endlich ist Hilfe da. Und zum Abschied hört man noch ein leises „DANKE“ von ihr, auch wenn sie Schmerzen hat, sie ist glücklich, dass ihr jemand auch um 3 Uhr nachts geholfen hat.
Und das ist genug Lohn für diese Nacht. Dieses Lächeln macht alles andere wieder wett…

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